Update NOVEMBER 2015

 

Hallo von der Iva-front … bzw das was noch übrig ist.

Für die, die es nicht für möglich gehalten haben - mich eingeschlossen – hier ein paar Eindrücke von Ivas ehemaligem canile, das ich persönlich seit 2005 kenne. Nie ohne Hunde … jetzt befinden sich dort 8 Welpis und der alte Erich.

 

 

Alle Hunde, die noch nicht vermittelt werden konnten, im Moment 5 insgesamt, befinden sich im Dog Village, Iva zahlt monatlich dafür Pension. Hin und wieder kommt noch ein Findelkind dazu, aber im Grunde ist die Iva Aera vorbei. Mit über 85 Jahren darf sie den Ruhestand antreten.

Danke an alle, die dabei waren und sie und die Hunde nicht im Stich gelassen haben.

Liebe GRüsse

Claudia

 

Situation 2013

Iva hat ihr Leben den Hunden verschrieben. Sie beherbergt an die 100 Hunde (Stand Mai 2013) und benötigt ganz dringend Hilfe.

Die Geschichte dieser alten Dame, mittlerweile über 80-jährig, reicht weit zurück in die 90iger Jahre, als sie zur Entstehung des alten Caniles Bambi beitrug. (Anmerkung: Mehr zur Geschichte des Bambis können Sie in Claudia´s Arbeit "Tierschutzalltag in Italien" lesen). Das Bambi war ein Barackenlager, in dem sich zu Spitzenzeiten über 600 Hunde befanden, die nicht kastriert waren. Generationen von Hunden, die sich dort vermehrten unter den Augen der Gemeinde und der ASL (Amtstierarzt) in Rieti, die tunlichst wegschauten und die Verantwortung nicht übernehmen wollten.

Als Anfang 2000 ein schrecklicher Brand in dem Canile ausbrach und viele Hunde dabei umkamen, machten Tierschützer auf diesen Skandal aufmerksam und wurde es notwendig, ein "richtiges" Canile zu bauen. Es entstand das berüchtigte Canile die Rieti "Colle Arpea", das im Februar 2011 mit Hilfe vieler italienischer und deutscher Tierschützer endlich geschlossen werden konnte.

Die alte Dame hatte aber nicht nur das Barackenlager Bambi, sondern auch ihr eigenes Haus wurde zu einem Canile umfunktioniert. Ein herrliches altes "Casale", das in der Nähe der Region Abruzzen liegt. Wunderschön, wild, von Bergen umgegeben mit Blick auf einen Stausee, ist ein kleines "Bambi" geworden.

2005 besuchten wir das erste Mal mit einer ital. Tierschützerin Ivas illegale Auffangstation und auch dort befanden sich an die 150 alte, abgewrackte Hunde, krank meist unkastriert, seit Jahren weggesperrt, ohne Auslauf, ohne Hoffnung. In selbstgezimmerten Käfigen, zusammengebastelt aus alten Fenstern, Gittern, Plastik, Wellblech oder versteckt in Badezimmern, Kämmerchen im Haus selbst, lebten unzählige Hunde.

Wieder mit der tatkräftigen Unterstützung Deutschlands konnte bis auf 5 Hunde alle gut untergebracht werden. Die verbliebene Hunde waren alt so wie die Dame selbst und wir meinten, dass sie damit gut zurecht käme. Vor Weihnachten 2012 wurde uns aber schon zugetragen, dass sich viele Welpen dort befinden würden... Anfang März 2013 konnten wir uns persönlich einen Überblick verschaffen und es schien, als ob wir nie weg gewesen wären. Die gleichen "Zwinger", die gleichen Baracken – nur andere Hunde. Junge Hunde, augenscheinlich gesunde Hunde – Hunde, die IHRE Hilfe brauchen.

Viele Hunde sind kastriert - das hat die Dame wenigstens gelernt. Eine Frage liegt nahe: wie kommt die Frau an so viele Hunde? Die Gegend ist zwar wunderschön, aber die Menschen, die dort wohnen halten ihre Tiere auf unbeschreibliche Weise, speziell Hunde. Tierquälerei ist an der Tagesordnung, Kettenhaltung, freilaufende - selbstverständlich unkastrierte - Hunde, von vielen Geburten ausgemergelte Hündinnen frei mitten auf der Strasse laufend, zeichnen das Strassenbild.

Seit Jahren gibt es eine CHIPPFLICHT – jedoch 90% der Hunde sind weder gechipt noch kastriert. Da es sich natürlich herumspricht, dass die Dame Hunde aufnimmt, werden JEDE Woche Hunde an ihren Zaun gebunden oder über den Zaun geworfen... und wieder unter den Augen der Gemeinde, in der das Casale liegt.

Als wir im März 2013 dort waren, um eine Idee vom Ausmaß der Tragödie zu bekommen und gleichzeitig alle Hunde fotografierten und auch alle Chips eingelesen haben, waren auch der Amtstierarzt von Rieti und zwei Personen von der Forestale (Forstpolizei) der zuständigen Gemeinde zugegen.

Das Casale ist jetzt beschlagnahmt worden, damit die Leute, die sich auf diese einfache Art ihrer unglücklichen Hunde entledigen, gewarnt sind. Jeder neue Zuwachs muss sofort gemeldet werden. Der status quo von Anfang März ist ca. 90 Hunde, die meisten sind jetzt gechipt und vermittelbar!

Es war nicht einfach, denn 5 fremde Leute betraten die Zwinger und einige Hunde waren sehr verstört, aber bei der alten Dame waren alle zugänglich, verschmust und haben sich gefreut sie zu sehen. Die alte Dame geht liebevoll mit den Tieren um, die Hunde haben genügend Futter und wenn sie sieht, dass sie offensichtlich krank sind, dann bekommen sie auch Medikamente. Viele Hunde sind auf ihre Kosten kastriert worden. Wir machen ihr keinen Vorwurf, denn sie schaut nicht weg, sie hilft den Hunden. Aber wie soll sie Vermittlungen in einer Gegend machen, die nur aussetzen und nicht adoptieren?

Unser Vorwurf geht an die Gemeinde, die sich das seit Jahren ansieht und aus Bequemlichkeit nichts dagegen unternimmt. Die Frage an die Forstpolizei, ob sie keine Hunde in offiziellen Canili haben, wurde mit Achselzucken beantwortet – sie wären ja alle hier! Wenn man sich vorstellt, dass die alte Dame der Gemeinde pro Jahr ca. 90 000 € an "Pensionskosten" erspart und sich niemand darüber Gedanken macht, wie sie selber diese Tiere finanziert soll.

Trotz der Beschlagnahmung werden weiterhin heimlich Hunde dort abgeben, angebunden oder einfach über den Zaun geworfen. Jeder Fall wird den Behörden gemeldet, die jedoch nur ratlos mit den Schultern zucken. Auch Tierschützer in Italien sind bemüht die Hunde zu vermitteln und wir sind zuversichtlich, diese Aufgabe erneut gemeinsam zu bewältigen. Wir freuen uns auf Angebote von übernehmenden Vereinen und Tierheimen sowie Endstellen

Eindrücke vom Casale: