September 2016

Dog  Village – Das Ende oder ein Neuanfang ? 
Leider gibt es nichts Gutes zum weiteren Betrieb des Dog-Village als Canile zu berichten.
Die letzten Wochen und Monate haben sich die Ereignisse leider überschlagen.
Jahrelange, jetzt bekannt gewordene, Misswirtschaft der Betreiber, zahlungsunfähige oder zahlungsunwillige Kommunen und auch ein großes Desinteresse seitens der verantwortlichen italienischen Stellen haben letztlich dazu geführt, dass keine weitere Zusammenarbeit mit den betroffenen Kommunen stattfindet. Das Dog Village wird als öffentliches Tierheim somit geschlossen. Allerdings wird das Dog Village als private Tierpension unter der Leitung von der Tierärztin Paola weiter geführt. Dies ist für uns als pro-canalba  eine großartige Chance für ein neues Kapitel, welches wir wohl aufschlagen wollen.
Doch bis dahin stellt sich die Frage: „Was können wir für die verbliebenen Hunde der Kommunen tun?“
Unser Ziel ist es, diese jetzt noch einsitzenden Hunde, schnellstmöglich zu retten, denn sonst werden diese Hunde in Hundelager verbracht, wo wir keine Zugriffsmöglichkeit mehr haben.
Warum der sichere Hafen für unsere Hunde so wichtig ist:
Sie sind sicher vor Deportationen und haben durch uns medizinische Versorgung. Auch die eher „unvermittelbaren“  Hunde haben dadurch Schutz!
Wir überlegen, diese Hunde zu „adoptieren“. Das bedeutet, wir müssen die Hunde bei den Kommunen anfragen. Kommt dann die Freigabe, sind wir sofort für die Unterbringung und Versorgung verantwortlich, auch wenn oder gerade weil die Hunde zu diesem Zeitpunkt noch in Italien sind.
Unser Plan ist es, einen Teil des Dog-Village zu pachten und dort quasi einen „sicheren Hafen – eine Zona protetta“ für unsere Hunde und die vielen anderen Hunde, die dringend auf unseren Schutz angewiesen sind, zu schaffen.
Ob wir diesen Plan umsetzen können, liegt in erster Linie natürlich an unseren finanziellen Möglichkeiten. Neben der Pacht kommen noch Kosten für die tierärztliche Versorgung der Hunde, die Kosten für Tierpflegerinnen, Futterkosten  und vor allem weitere dringend erforderliche Renovierungskosten und die damit verbundenen Arbeiten auf uns zu.

 

Situation 2013

Dog Village ist ein Canile der etwas anderen Art. Entstanden, wie fast alle italienischen Canili aus einer ehemaligen Zucht, nimmt dieses Canile nun die Streunerhunde der umliegenden Gemeinden auf. Es wird von der sehr netten und tierschutzorientierten Tierärztin geführt, die dort auch ihre Praxis betreibt, sowie von ihrem Bruder, dessen Fokus eher dem gewinnorientierten Aspekt liegt. Weiters kümmert sich Sara liebevoll und kompetent um die Hunde, ist aber im Moment alleine, da ihre Kollegin Fabiana Zwillinge bekommen hat. Die Struktur reicht von einer „villetta", das ist ein Holzhäuschen, umgeben von einer kleinen Wiese, bis zu den gemauerten, kleinen, dunklen Zwingern bis zu den (leider) schlammigen Unterkünften, sogenannte Notzwinger, im hineren Bereich des Caniles, wo nie ein Besucher hinkommt. Oft sind sie mit Rüden belegt, die in Einzelhaft sitzen und manchmal auch etwas schwieriger sind und die auch niemals dort heraus kommen. Nicht alle Hunde haben das Glück in einer Villetta untergebracht zu sein, oder regelmäßig von dem sehr großen Auslauf zu profitieren.

Die Öffnungszeiten sind täglich, außer mittwochs, sowohl Vormittag als auch Nachmittag und Besuch ist gerne gesehen. Die Hunde werden regelmäßig gefüttert und (theoretisch) ist die Tierärztin für ihr Wohl zuständig. Das klingt fast wie ein Luxushotel für Vierbeiner, aber die Realität sieht immer anders aus. Das "Pensionsgeld", das die Gemeinden für ihre herrenlosen Hunde pro Tag bzw. Monat bezahlt, reicht nicht für außertourliche "Extras", wie z.B. schwere Erkrankungen oder kleinere Unfälle.

Obwohl die zuständige Tierärztin oft weiss, dass die Hunde krank sind, kann sie sich nicht die notwendigen Untersuchungen oder Behandlungen leisten und so leiden die Tiere unbehandelt in ihren Boxen. Hin und wieder starten wir Spendenaufrufe, um gerade diesen Hunde zu helfen – die jeweilige Gemeinden, die es anginge, sehen tunlichst weg, wenn es um weitere Kosten geht. Darüberhinaus zahlen sie nicht regelmäßig, so dass auch hier an essenziellen Dingen für die Hunde gespart werden muss.

Alle, die im Dog Village arbeiten, sind hier bemüht das Los der Tiere so erträglich wie möglich zu halten und freuen sich über Spenden, wie Decken, Körbchen oder Leckerchen und Kauartikel. Der große Auslauf wurde ein bisschen hergerichtet und im Sommer haben die Hunde künftig ein Schwimmbecken. Wenn es die Zeit erlaubt, springt schon mal eine Leckerchensuche oder auch ein Spaziergang für den einen oder anderen Glücklichen heraus. Auch hier würden wir uns über Spenden freuen (auch in Form von starken Männern :-) ), die uns z.B. helfen, den Auslauf attraktiver zu gestalten, die Zäune der Zwinger zu richten, die leider schon auseinanderfallen und vieles mehr.

Im Gegensatz zu vielen italienischen Canili, werden wir hier oft gebeten für die Hunde eine Familie zu finden. Wenn wir so viele Anfragen haben, dass wir einen Transport organisieren können, dann werden diese vorbereitet und bevor sie ins Auto steigen sind fast alle Hunde frisch gebadet - wo findet man solchen Service? Das Team von Dog Village bedankt sich und freut sich über jede Adoption und ein Bildchen, das ihren ehemaligen Schützling auf einem deutschen Sofa zeigt!

Eindrücke vom Canile Dog Village:

 

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